Amelie

Zur Zeit arbeite ich an einem neuen Roman.

 

Eigentlich bin ich fertig. Mit meinem Roman, vielleicht meinem ersten richtigen Buch. Nein, das wäre zu einfach. Für den Moment ist das letzte Wort geschrieben, aber die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt: Überarbeiten!
Jeden Tag fällt mir etwas ein: Hier musst du noch, hier könntest du … Und meine Figuren erzählen mir auch dauern etwas Neues.

Amelie – so der Arbeitstitel – ist Antagonistin. Prota ist Yva, ein Mädchen von siebzehn Jahren, die es wahrlich nicht leicht hat. Da ist der Vater, der vieles, das im Argen liegt, nicht wahrhaben will. Die Mutter, die mit Yvas autistischem Bruder überfordert scheint. Aber ist es nur das, was die Mutter zusehends verfallen lässt? Yva, kurz vor dem Abi, hält es nicht mehr aus, dass sie alles tragen soll, was in der Familie nicht funktioniert.
Da kommt ihr Amelie gerade recht. Die schneit einfach in ihr Leben, ist so anders als Yva, so, wie sie gern sein möchte. Selbstbewusst, manchmal liebevoll, aber auch manipulativ. Sie nennt Yva Stella, mit dem anderen Namen, den keiner mehr benutzt hat seit … Yva kann sich nicht erinnern. „Mit Amelie wird alles gut. Immer“, denkt sie. Doch ist das wirklich so?
Dann ist da noch Yvas große Angst vor Wasser, die sie mehr und mehr in ihren Träumen und auch im realen Leben verfolgt. Warum? Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter?
Und Janis, Yvas bester Freund (oder doch mehr?), der sich ständig um sie sorgt.
Yva beschließt, etwas zu ändern, sich zu ändern.

#Schnipsel:
Yva: Wie sagt Sartre? Jeder Mensch kann wählen, was er sein und was er mit seinem Leben anfangen will. Immer muss man entscheiden. Okay, dann ist es Zeit, über mich selbst zu bestimmen. Egal, was passiert. Geht ja eh so nicht weiter. Vielleicht kann ich diese irren Löcher in meinem Kopf loswerden, wenn ich eine andere bin. So wie Amelie. Mich nicht dirigieren lasse, auch nicht von ihr.
»Hörst du, Amelie? Ich werde in den Spiegel hineintreten. Dann musst du mir nicht immer dein Bild präsentieren. Ich bin du, Amelie … Dir eingebrannt, so wie du mir.« Meine Worte verlieren sich im Dunkel der Nacht, als seien sie nie gesprochen. Ich mache mich auf den Weg. Ins Nirgendwo.