Verzeih

 

Warum bist du so leidend nachtverstummt,

dem Dunklen hingegeben voller Gram?

Dein Herz hast ohne Worte du vermummt,

mich eingehüllt mit unnütz fremder Scham.

 

Den grauen Tagen wehmutsvoll ergeben,

steh’n wir  getrennt an Ufern dieser Welt.

Ich brauche dein Verzeihen für mein Leben,

das mich nicht so ins tiefe Abseits stellt.

 

Stillschweigend hab zu lange ich geweint,

in Träumen baute ich dir Liebesbrücken,

ganz still verschwiegen noch, doch ernst gemeint.

Jetzt bitt' ich, nimm die Last von meinem Rücken.

 

Mein Wort der Reue, nun auch laut verkündet,

sei Grundstein dieser Brücke -  noch mit Bangen.

Bau du mit deinem Wort, das dahin mündet,  

was du im Herzen längst hast angefangen.

 

Denn was, wenn Worte nicht, die uns gegeben

kann diesen schweren Weg uns leichter bahnen,

der uns verbindend führt in unsrem Leben

und Nähe immer wieder lässt erahnen?