Liebestrunken

Plötzlich DU
inmitten meiner Alltagssorgen,
unverblümt und so direkt.
Hast allen Platz beansprucht,
den meine Seele füllt.
Wo findet sie nun Raum?
Hast Strahlen ausgesandt,
die mehr als meine Haut gewärmt.
Aus meinem Herbst hast du
ins Frühjahr mich geschickt,
den Winter übersprungen.
So plötzlich DU,
so mitten tief in mir.

 

 

Woher kamst du?
Schickte dich eine Sonde,
glutfelsentief, übersternhoch?

Du sprachst kein Wort,
aber mit Ionensturz
verwirrtest du die Einsame.

Dein Schall traf mich
meteorengleich.
Dein Schweigen
war ein schwarzes Loch.

Ich werde verbrannt
durch deine Magnitude,
und doch stehe ich fest in
deiner Sphäre.

 






Weit entfernt bin ich dir nah.
Atemlose Traumbilder werfen Schatten,
nehmen der Erinnerung das Licht.
Zeit führt den Kalender,
ordnet unsre Träume,
katalogisiert die Lust,
sortiert die Worte
unsrer übervollen Münder.

Warum nicht einfach
dich atmen, tasten, schauen?
Warum nicht einfach
die Dimension Raum streichen
aus unserem Pflichtbewusstsein
und die Zeit zusammenschrumpfen lassen
zu einem endlosen Augenblick mit dir?
So nah, so weit muss ich
meine Zärtlichkeit einfrieren,
damit sie die Entfernung

zu dir unbeschadet übersteht.

 

 

So watteweich mit dir
in meinem Kopf
bin ich trunken vor Liebe
und Sehnsucht und Liebe
und Glück und Liebe
und Verlangen
trunken nach dir.

 

 

Brenne mir Muscheln ins Herz.
Reiße mich auf
mit erdennahen Küssen,
wüstenheißem Atem
und bleib mir
Steinewigkeit.