Du, hinter der Nebelwand
im Kleid der bemalten Nacht,
unter der Regenhaut im Gedankenfluss,
der keine Grenze hat für dich.

Ich zähle nicht Monde, vergesse
die abgegriffenen Sterne.
Ich reihe Tränennarben zu
einer Kette des All-End-Beginns.
Dahin blühe ich – einmal –
gleich der Herbstzeitlosen.

Zwischen uns Altlasten,
wie ein dargereichter Schierlingsbecher,
dessen Glanz unsere Augen mit
träufelndem Gold einhüllt, lockend, täuschend.

Ein schlechtes Alibi für Versagen,
sagst du. Nein! Still!
Ich verschließe deine Gedanken
mit dem Siegel Hoffnung.

All diese Wolken sind doch wie Wände,
die uns fest machen.
Kein Wagnis zu groß für uns.
Alte Fragen schleifen sich ab
in unsicherem Hoffnungsstolz.

Gewesenes ist nunmehr blass
unter dem Himmel und schau,
jetzt werden wir in Sonnenträume
hineinschlafen und vergängliche
Erdhimmelszeit einhüllen in Meerblau.

Altlasten würmen sich im Geäst
am Wegkreuz, werden Staubzeit
in unserem Neubeginn.

 

 

Im Blau des Himmels verbluteten unsere Tage,
lange bevor der Frost uns erstarren ließ.
Das Blut der Wunden schimmerte weiß –
Kondensstreifen, die sich am Horizont auflösten.

Wir bemerkten es nicht
und begrünten Wort um Wort.

 

 

So nah die Baumblätter am Himmel heute.
Unsere Augen sehen den Nebel weg.
Wir schauen die kräuselnden Rosenblätter
und führen Wüstengespräche.

Verwundetes beginnt zu frösteln und Licht legt sich
auf die halbleeren Schalen unserer Liebe.
Worte, die nicht mehr fliegen, aber brennen,
verströmen ihre Kraft uns zu – flüsternd.
Übertönen das Stöhnen des dunklen Himmels.

Wir sind stark -
so sehr in unseren Blicken,
dass sich die Gräser empören und beugen.

 

 

Wir stoßen das Nachthorn in das Gebälk Liebe,
schaufeln ein Bett für die Lüge, senken
sie hinab – Senkblei aus Verschüttetem.

Dann Stille. Ganz tief in uns
flüstert sie Schonungsworte.
Hinter grünen Hügeln, den Dornen von morgen,
hinter Winden und Wolken finden wir Augenheimat.

 

 

Von morgen bis nie führen Erwartungen
uns überwälderhoch an Orte,
die fremden Legionen gleichen.
Nicht heimisch, aber eingebunden in das Tun.

Wenn auch Zyklopenaugenblicke
dich binden – du bist milchgesäubert, rein
und Ameisenkräfte tauchen
dich ein in Vergessen.

So leicht wirst du die Leere
überfüllen und immer noch Freund sein.

 

 

Die Waffen der Liebe so kraftvoll
und übermächtig metzeln jede Frage
nieder, verquicken verborgene Schätze,
plündern dein Herz bis zum Grund,
begraben alte Nachtmahre, rauben dich
aus bis in die geheimsten Winkel.

 

Ergeben, mit erhobenen Händen,
forderst du: Waffenstillstand.

 

 

Träume vergilben in blinden Spiegeln.
Lasten des Vergangenen schlingen sich um
deine Gelenke der zitternden Unrast.
Sogar Wasser ist schwerer als sonst
und Eintauchen ist erdrückend
.

Doch noch schimmert Frühlicht
in deinem Haar und du
steigst in einen lose geketteten Kahn,
flößt leicht an Fangnetzen vorbei,

weiter und weiter, bis die fremden
Gesichter ihre Masken abwerfen,
dich empfangen im ersten Tageston.