Du bargst mein Tränenherz in nachtgeschwärzter Stunde,
     bevor du gingst und Grau dein Haargold hat bedeckt
     und federleicht, so kam das Wort aus deinem Munde,          
     noch eh’ uns Sonnenglut aus Träumen hat erweckt.                               

     Du fingst mein Lachen, gabst es in die Sehnsuchtsschale,        
     bevor du gingst und Tageston so leer verklang.                                     
     Es floh mit dir und ruht nun still im Herzensgrale.   
     Die Nachtgedanken scheinen mir doch ewig-lang.        

     Der Dornenschmerz verflog im Tröstungssalz der Tränen,                
     bevor du gingst und Adernetz im Frühwind starb.                                     
     Und nachtverzagt fiel Hoffnungglanz aus uns’rem Sehnen,  
     als Sternenhalm uns mit den Glockenwinden warb.

     Wir legten Worte auf das Schmerzblatt Wiederkehren,            
      bevor du gingst und Ahnen kreist’ im Weltenwald.                                   
      Vergilbte Bilder bargen Trost in Seelenmeeren.                            
      Wir wussten: Zeit wird schattengleich verwehen bald.       

      Es fröstelt nun Verwund’nes hinter Trennungswänden,               
      du bist gegangen und schon bald das Echo schweigt.                                  
      Ich halte Herzensberge fest in meinen Händen,                 
      da dieser Abschiedstag sich still zu Ende neigt.        

      Ich lausch dem Wort, das in mir keimt gleich einem Samen,        
      Es sprach zu mir, dass jede Träne Heil verhieß.                                          
      So trägt das Flammenlaub leis’ lächelnd deinen Namen.               
      Genau wie einst, als ich im Wind dich gehen ließ.

      Ich weiß, mein Tränenfluss wird sanft dich tragen.
      Der Klang des Dunklen wieder öffnet sich dem Licht
      und ich darf schweigen, stille ruhen, muss nicht fragen.
      Ein Trauerland und Niemandshimmel gibt es nicht.

      Die Trennungsmarter hielt dem Weltenstaub die Waage.
      Bevor du gingst, gabst du mir tiefes Heilungsmeer,
      in das ich senke jede altverschliss’ne  Klage.
      Ich seh’ dein Antlitz und jetzt fürchte ich nichts mehr.

     (c) Enya K. - Juli 2013